
CARF (Crypto Asset Reporting Framework) im Kontext des AIA in der Schweiz
Rechtsgrundlagen, Pflichten, Klassifikation & Auswirkungen auf Private Banking und Vermögensverwaltung
Im Rahmen dieses Online-Kurses geben wir einen praxisorientierten Überblick über das Crypto Asset Reporting Framework (CARF) bzw. den Meldestandard für Kryptowerte (MRK) und dessen Einbettung in den automatischen Informationsaustausch (AIA) in der Schweiz.
CARF wurde von der OECD entwickelt, um bestehende Transparenz- und Reporting-Lücken bei Kryptowerten zu schliessen. Während der klassische Common Reporting Standard (CRS) ursprünglich insbesondere auf traditionelle Finanzanlagen wie Bank- und Depotkonten, Wertschriften oder bestimmte Versicherungsprodukte ausgerichtet war, schafft CARF einen spezifischen internationalen Meldestandard für Kryptowerte und entsprechende Dienstleister.
Die Schweiz hat die gesetzlichen Grundlagen für die Umsetzung des AIA über Kryptowerte geschaffen. Die operative Anwendung ist gemäss aktuellem Stand ab dem 1. Januar 2027 vorgesehen; ein erstmaliges Reporting würde entsprechend im Jahr 2028 mit Bezug auf das Jahr 2027 erfolgen. Das Jahr 2027 muss daher insbesondere als Vorbereitungsphase genutzt werden, um Prozesse, Kundenbestände, IT-Systeme und Selbstauskünfte auf die neuen Anforderungen auszurichten.

Inhalt unseres Online-Kurses
Unter anderem befassen wir uns mit folgenden Aspekten:
- Einleitung und Hintergründe zu CARF/MRK sowie Einbettung in den bestehenden AIA/CRS
- Umsetzung in der Schweiz: zentrale Rechtsgrundlagen, insbesondere AIAG, AIAV, OECD-MRK und AIA-Vereinbarung über Kryptowerte
- Abgrenzung und Einordnung meldender Anbieter von Kryptodienstleistungen
- Zentrale Sorgfalts-, Identifikations-, Dokumentations-, Informations- und Meldepflichten
- Identifikation von Kryptowert-Nutzern, relevanten Personen und beherrschenden Personen
- Anforderungen an CARF-/MRK-Selbstauskünfte und Möglichkeiten zur Erweiterung bestehender KYC- und AIA-Prozesse
- Bedeutung bestimmter Kryptowerte als Finanzvermögen und mögliche Auswirkungen auf bestehende AIA-/CRS-Klassifikationen von Rechtsträgern
- Mögliche Klassifikationsänderungen und daraus resultierende Dokumentations- und Kommunikationspflichten
- Einbettung von CARF in bestehende Compliance-, IKS- und Organisationsstrukturen
- Spezifische Auswirkungen und Praxisfragen für Private Banking, Vermögensverwaltung und Treuhandstrukturen

Schweizerische meldende Anbieter von Kryptodienstleistungen müssen bei operativer Anwendung des MRK insbesondere Kryptowert-Nutzer identifizieren, deren steuerliche Ansässigkeit feststellen, Selbstauskünfte einholen und plausibilisieren, relevante Transaktionen erfassen und die erforderlichen Informationen an die ESTV melden.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf den Auswirkungen auf bestehende Rechtsträger-Klassifikationen. Bestimmte Kryptowerte können künftig als Finanzvermögen beziehungsweise relevante Einkünfte in Klassifikationstests einfliessen und damit beispielsweise eine Neubeurteilung bestehender Strukturen erforderlich machen.
Gerade im Private Banking und in der Vermögensverwaltung ergeben sich dabei praktische Fragestellungen rund um Krypto-Assets, tokenisierte Anlagen, externe Wallet- und Custody-Lösungen sowie Stiftungen, Trusts und Family-Office-Strukturen.
Im Vorfeld werden die Kursunterlagen elektronisch zugesandt. Im Nachgang des Online-Kurses wird eine Teilnahmebestätigung übermittelt.
Adressaten sind insbesondere Mitarbeitende aus Banken und Private Banking, Vermögensverwaltung, Compliance, Tax Compliance, Treuhandwesen sowie weitere Personen, die sich mit AIA, Kryptowerten und den kommenden CARF-/MRK-Anforderungen in der Schweiz befassen.