CARF steht für Crypto Asset Reporting Framework, es handelt sich hierbei um ein Regelwerk, welches vom Global Forum der OECD im Auftrag der G-20 Ende 2022 erarbeitet wurde, um Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Crypto-Werten zu bekämpfen und diese systematisch dem Automatischen internationalen Informationsaustausch (AIA) zu unterstellen.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt CARF (erstmaliges Reporting im 2027 mit Bezug auf 2026) in der gesamten EU resp. im EWR und damit auch in Liechtenstein.
Unter CARF müssen Krypto-Dienstleister Informationen zu bestimmten Transaktionen und Kundenidentitäten erfassen und melden. Das Ziel besteht darin, Steuerhinterziehung zu verhindern und die Transparenz im digitalen Finanzbereich zu erhöhen.
CARF wird von allen wichtigen Finanzzentren und Staaten, welche bereits Information über Finanzkonten austauschen umgesetzt. Die europäische Union (EU) setzt CARF im Rahmen der DAC8 Richtlinie um, und auch die USA haben sich zur Umsetzung des CARF bekannt.
Der bestehende AIA basiert auf dem Common Reporting Standard (CRS) und erfasst primär klassische Finanzkonten wie Bank- und Depotkonten. Kryptowährungen und andere blockchain-basierte Vermögenswerte waren ursprünglich nicht explizit in diesen Regelwerken enthalten. Dies führte dazu, dass steuerlich relevante Transaktionen über Kryptowährungen teilweise ausserhalb des bestehenden Informationsaustauschsystems stattfinden konnten. CARF wurde entwickelt, um diese Lücke zu schliessen und Krypto-Transaktionen systematisch in den internationalen Informationsaustausch einzubeziehen.
Ein zentrales Element von CARF ist die Einführung einer neuen meldepflichtigen Institution, des sogenannten Crypto-Asset Service Providers (CASP). Darunter fallen natürliche oder juristische Personen, die gewerblich Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowerten erbringen. Dazu gehören insbesondere Kryptobörsen, Broker, Plattformbetreiber sowie Anbieter von Wallets mit Verwahrfunktion (Custodial Wallets). Diese Akteure übernehmen eine vergleichbare Rolle wie Finanzinstitute im Rahmen des CRS und sind verpflichtet, relevante Informationen zu erfassen und an die zuständigen Steuerbehörden zu melden.
Die meldepflichtigen Informationen umfassen insbesondere die Identität der Nutzer, deren steuerliche Ansässigkeit sowie detaillierte Angaben zu bestimmten Kryptowertetransaktionen. Dazu zählen unter anderem Kauf- und Verkaufsvorgänge, Tauschgeschäfte zwischen Kryptowerten sowie deren Übertragungen. Der Fokus von CARF liegt somit nicht auf Konten, sondern auf Transaktionen und deren wirtschaftlicher Relevanz.
In Liechtenstein wurde CARF im Rahmen eines eigenen CARF-Gesetzes sowie entsprechender Anpassungen des AIA-Gesetzes umgesetzt. Das Regelwerk tritt per 1. Januar 2026 in Kraft, wobei das erstmalige Reporting im Jahr 2027 für die Meldeperiode 2026 erfolgt. Ab diesem Zeitpunkt sind betroffene Krypto-Dienstleister verpflichtet, die entsprechenden Sorgfalts- und Meldepflichten umzusetzen. Diese umfassen insbesondere die Einholung von Selbstauskünften, die Feststellung der steuerlichen Ansässigkeit der Kunden sowie die systematische Erfassung und Meldung relevanter Transaktionen an die liechtensteinische Steuerverwaltung.
Parallel zur Einführung von CARF wurden auch Anpassungen am bestehenden AIA- bzw. CRS-Regime vorgenommen. Insbesondere werden bestimmte Kryptowerte neu als Finanzvermögen qualifiziert. Dies kann Auswirkungen auf die Klassifikation von Rechtsträgern haben, beispielsweise im Rahmen des sogenannten Gross-Income-Tests. In der Praxis bedeutet dies, dass auch Unternehmen, Stiftungen oder Trusts, die selbst keine Krypto-Dienstleister sind, indirekt von CARF betroffen sein können, sofern sie Kryptowerte halten oder daraus Einkünfte erzielen. Gerade für den liechtensteinischen Treuhandsektor ergibt sich dadurch ein erhöhter Prüfungs- und Dokumentationsbedarf.
CARF wird voraussichtlich von allen wichtigen Finanzzentren und Staaten umgesetzt, die bereits am automatischen Informationsaustausch teilnehmen. Die Europäische Union implementiert CARF im Rahmen der DAC8, während auch andere Jurisdiktionen, einschliesslich der USA, ihre Absicht zur Umsetzung signalisiert haben. Damit stellt CARF einen weiteren bedeutenden Schritt hin zu einer globalen steuerlichen Transparenz im digitalen Finanzbereich dar und erweitert den bestehenden AIA um eine zentrale Komponente für Kryptowertetransaktionen.


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